Pressemitteilung:
Berlin, 12. Mai 2009
Wiefelspütz für Paintball-Verbot und Verschärfung des Waffenrechts
Im Katalog der geplanten Änderungen findet sich neben den verdachtsunabhängigen Kontrollen von Waffenbesitzern auch das angestrebte Verbot von Spielen wie Paintball oder Laserdrome. Dabei werde "das Töten simuliert", begründete der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) das geplante Verbot. Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hält das Spiel deshalb für „sittenwidrig“.
Seit der Tragödie von Winnenden, bei der ein 17-jähriger bei einem Amoklauf in seiner ehemaligen Schule und bei seiner Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen hat, sind beide Extremsportarten wieder in dieDiskussion geraten. Sowohl bei Paintball, auch "Gotcha" genannt, als auch bei Laserdrome treten zwei gegnerische Teams entweder in Hallen, Labyrinthen oder auf Outdoor-Feldern gegeneinander an. Gemeinsam ist beiden Sportarten der aktive Waffengebrauch.
Seit Paintball Anfang der 80er Jahre in den USA entstanden ist, erfreut es sich zunehmender Beliebtheit. Mit den "European Paintball Series" finden an jeweils drei Spieltagen aufwändig organisierte Matches statt. Im Jahr 2004 nahmen an diesen mehr als 400 Mannschaften mit über 5.000 aktiven Spielern aus aller Welt teil, die „European Paintball Masters“ sind für Ende Mai in Deutschland geplant. Bisher haben sich bereits über 100 internationale Teams angemeldet.
Wegen der Beliebtheit des Spiels ist es in der Öffentlichkeit zu heftigen Diskussionen über ein geplantes Verbot gekommen. Dieter Wiefelspütz legt daher Wert auf die Feststellung, dass alle geplanten Verschärfungen nochmals sorgfältig beraten werden. Das gelte auch für die anderen vorgesehenen Verschärfungen: Demnach sollen Waffenbesitzer verdachtsunabhängig kontrolliert werden, Waffen und Waffenschränke sollen durch biometrische Systeme gesichert werden. Von der EU wird die Einrichtung eines bundesweiten Waffenregisters gefordert. Die Vorbereitungen dazu laufen.
„Wir arbeiten auch daran, Waffenbesitzer zur Abgabe ihrer Waffen zu ermutigen. Eine Amnestie für Besitzer illegaler Waffen zeichnet sich ab“ so Dieter Wiefelspütz. Straffreiheit ist vorgesehen für all jene, die ihre unerlaubten Waffen bis Ende 2009 abgeben. Nach Schätzungen gibt es in Deutschland bis zu 20 Millionen illegale Waffen.
Dieter Wiefelspütz hofft, dass die Verschärfung des Waffenrechts noch in dieser Wahlperiode zustande kommt. „Wir haben nicht mehr viel Zeit, aber wir können es schaffen“ so Dieter Wiefelspütz.